Geburtstrend HypnoBirthing




HypnoBirthing ist die sanfte Geburt unter einer Form der Selbsthypnose. HypnoBirthing ist eine natürliche Methode, Geburtsschmerzen ganz oder teilweise zu vermeiden und die Geburt entspannt, und bewusst zu erleben.

 

Die Geschichte von Hypnobirthing

Die Ursprünge der Geburtsmethode „Hypnobirthing“ beruhen auf den Erkenntnissen von Dr. Grantly Dick-Read. Die Erkenntnis lautet so, dass Angst Anspannung und Anspannung Schmerz verursacht. Dr. Dick-Read war damals davon überzeugt, dass Angst und Unwissenheit Feinde der natürlichen Geburt sind. 

Er behauptete weiter, dass es gar keinen Schmerz bei der Geburt gäbe und ersetzte den Begriff der Wehe mit „Muskelgefühl“. Frauen sollten sich nicht als hilfloses Opfer dem Geburtsgeschehen ausliefern, sondern aktiv arbeiten, anstatt Widerstand zu leisten. Dr. Dick-Read erarbeitete eine Geburtsvorbereitungsmethode, die auf Aufklärung, Entspannung und Lockerungsübungen basiert.

Marie Mongan entwickelte diese Gedanken weiter und veröffentlichte ihr Konzept 1989 in ihrem Buch „HypnoBirthing: A Celebration Of Life“. Beim Hypnobirthing werden den Frauen Entspannungs-, Meditations- und Visualisierungstechniken an die Hand gegeben, die Gefühle von Angst und Schmerz durchbrechen sollen. Frauen lernen die Aufgaben des Körpers unter der Geburt kennen und sollen sich angstfrei und freudvoll auf ihre Geburt vorbereiten.

 

Wie kommt Hypnobirthing bei den Müttern an?

Das Feedback vieler Mütter, die mit dieser Methode geboren haben, macht neugierig. Gerade Frauen, die früher schmerzhafte Geburten erleben mussten, haben mit HypnoBirthing eine für sie überraschend sanfte Art des Gebärens kennenlernen dürfen.

In unserer westlichen Hightech-Gesellschaft löst die Geburt bei vielen Schwangeren Angst aus. Warnungen vor möglichen Komplikationen und Schmerzen bei der Geburt verunsichern viele werdende Mütter.

Ein zentraler Punkt des Programms ist es, diese Angst abzubauen. Beim HypnoBirthing werden Ängste durch Zuversicht ersetzt. Dabei werden körpereigene Endorphine ausgeschüttet und ein Zustand intensiver Entspannung erreicht.

 

Hypnobirthing - als familiäres Teamwork 

Normalerweise übernimmt der Vater die Rolle des Begleiters vor, während und nach der Geburt. Er wird aktiv in den Bindungsprozess zum Kind mit einbezogen und dient während der Geburt als Anker und Vertrauensperson. Zudem widmet er sich den Bedürfnissen der Mutter. Er schützt die Geburtsatmosphäre und verhindert störende oder unnötige Interventionen.

 

Royale Erfahrungen mit Hypnobirthing

Herzogin Catherine ist nicht dafür bekannt, Details über ihr Privatleben in der Öffentlichkeit preiszugeben. Während eines Auftritts in einem Podcast namens “Happy Mom, Happy Baby” äußerte Catherine vor kurzem, wie sehr ihr Hypnobirthing geholfen hat.

Die Schwierigkeiten des Elternseins begannen für die Herzogin bereits während der Schwangerschaft, als sie mit starker Morgenübelkeit zu kämpfen hatte. Durch die starke Hypermesis wurde sie sich der Macht der Gedanken über den Körper bewusst und setzte deswegen bei allen Schwangerschaften auf Hypnose setzte.

"Ich sah den Effekt der Mediationen, der Atemübungen, all dieser Dinge, die zum Hypnobirthing gehören, während ich in der ersten Schwangerschaft an starker Übelkeit litt. Meine Schwangerschaften waren aber alle so schlimm, dass ich die Geburten tatsächlich mochte", sagt Herzogin Catherine lachend im Interview.

 

Hypnobirther vs Hebammen - die Unterschiede

  • Hypnobirther versprechen den Frauen eine schmerzfreie, oder zumindest schmerzärmere Geburt.
  • Hebammen bereiten die Frauen auf Schmerzen vor, die aber zu bewältigen sind.
  • Hypnobirther glorifizieren die „ruhige Geburt“. Frauen sollen möglichst leise atmen und nicht schreien.
  • Hebammen unterstützen das „laut werden“ unter der Geburt, denn das ist auch eine Form von Eigenhypnose. Das befreit und lockert, sagen sie. 
  • Hypnobirther vermitteln den Frauen, keine Angst haben zu müssen.
  • Hebammen sagen den Frauen, dass Ängste normal sind und dazu gehören.

 

Unterschiedliche Botschaften – das kann für gebärende Frauen verwirrend sein. Die sehr unterschiedliche Denkweise der Hypnobirther-Lehre könnte für eine Frau, die sich mit Hypnobirthing vorbereitet hat und dann eher unvermittelt auf die „Hebammen-Lehre“ trifft, ziemlich verwirrend sein.

 

Feedback begeisterter Hypnobirtherinnen

Christina:   
„Ich hatte Schmerzen, mit denen ich aber sehr gut zurechtgekommen bin!“

Anja:          
„Ich fühlte mich nicht so überrollt von den Wehen, wie bei den anderen Geburten. Es war anstrengend, aber gut machbar.“

Patricia:     
„Nein, ich war nicht schmerzfrei bis zum Ende der Geburt. Aber bis zu einer Öffnung von 6-7cm konnte ich mit den Wehen sehr gut umgehen. Die letzten Zentimeter waren anstrengender, aber durch die gute mentale Vorbereitung und meinen Mann, der genau wusste, wie er mich unterstützen kann, zu schaffen.“ 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine sanfte Geburt und die Präsenz beider Elternteile auch für das Kind wichtig sind. Es ist deshalb von großem Vorteil für alle Beteiligten, wenn die Frau und ihr Partner diesen Kurs gemeinsam besuchen. 

Foto: Canva.com - Beide Elternteile sollten durch den Hypnobirthing Prozess gemeinsam gehen

Eine Frage des Vertrauens

Die Aussagen der Frauen zu Hypnobirthing klingen im Netz überwiegend sehr positiv. Allerdings haben auch fast alle interviewten Frauen außerklinisch geboren. Im außerklinischen Bereich, oder in der Klinik mit einer Hebamme ist das Vertrauensverhältnis zwischen Gebärender und Betreuender da. In der Klinik muss es in kurzer Zeit aufgebaut werden.

In den letzten Wochen wurden in unterschiedlichen Medienkanälen immer wieder beklemmende Berichte von gewaltvollen Geburten in unseren Kliniken bekannt.

Viele Frauen erleben die Geburt ihres Kindes mittlerweile als entwürdigende, demütigende und gewaltvolle Prozedur - nicht selten mit traumatischen Folgen für ihr Leben. Denn seit mehr und mehr Kliniken ihre Geburtsabteilungen schließen und der Hebammenberuf wegen hoher Versicherungssummen an Attraktivität verliert, hat der Druck in Kreißsälen im deutschsprachigen Raum zugenommen. Es geht um Zeit, Geld und Risikominimierung - immer weniger um das Wohl der Frauen.

Das massive Feedback auf die Aussage einer Mutter, die in einer Fernseh-Talkrunde ihre Erfahrungen schilderte, macht bewusst, wie tragisch die Hilflosigkeit von Frauen, aber auch ihren Partnern ist, wenn sie auf rücksichtsloses, überfordertes Krankenhauspersonal treffen. Da hilft die ganze gute Vorbereitung auf die Geburt nichts, sagte die junge traumatisierte Mutter im Interview. 

Wir haben die Psychologin Mag. Nilgül Sahinli Mayregg, die bei LYMA einen Kurs über psychologische Geburtsvorbereitung und eine Einführung zu Hypnobirthing abhält, um ein Interview gebeten:

Was genau unterscheidet Hypnobirthing von Meditation und Atemübungen, die schon eine Ewigkeit angewendet werden?
Hypnobirthing ist eine geburtsbezogene Technik, die den Körper konditioniert, mit Schmerzen auf eine 'entspannte' Weise umzugehen. Dabei kommt zum Beispiel eine Ankertechnik zur Anwendung. Ein Anker kann ein Lied sein, ein besonders angenehmer Geruch oder die Berührung vom Partner. Wenn der Anker kommt, lässt Du los und entspannst. Diese Ankertechnik wird während der Geburt angewendet. 

Beim Hypnobirthing gibt es 3 Atemtechniken, die man kombiniert. Das ist schon sehr anders als meditieren. Wenn man diese Atemtechniken gelernt hat und dadurch Entspannung erfährt, kommt man in einen Transzustand. Dieser - unter anderen Aspekten - zeichnet Hypnobirthing aus. 

Wenn Frauen in diesem Transzustand sind, können sie die Presswehen ordnungsgemäß durchführen?
Ja, wenn eine Frau trotz Hypnobirthing Training einen Pressdrang fühlt, dann wird sie keine Hebamme, die sie begleitet, davon abhalten. Man muss das Konzept von Hypnobirthing nicht so eng sehen. 

Es gibt eine eigene Atemtechnik, die man in der Pressphase anwenden soll. In den letzten Wochen vor der Schwangerschaft, üben die Schwangeren die Technik während des Stuhlganges. Sie atmen 'nach unten', anstelle zu pressen. 

Ich habe die Hypnobirthing Technik selber angewendet obwohl ich Kaiserschnitt bekam. Es ist eine Technik, die man auch in der Anfangszeit mit dem Baby anwenden kann. Man ist müde, agiert hormongesteuert; wenn man sich die Entspannung beigebracht hat, kann man damit in jeder Stresssituation arbeiten. Es ist immer eine win-win Situation. 

Wenn Sie sich für 'sanfte' Geburtsvorbereitung interessieren, empfehlen wir diesen Workshop von Mag. Mag. Nilgül Sahinli Mayregg:

https://www.lyma.at/workshops/psychologische-geburtsvorbereitung/

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LYMA GmbH ist eine 100% Tochtergesellschaft der gemeinnützigen Willendorff Youth Foundation Privatstiftung. LYMA wurde initiiert von Kai-Christian Brockstedt und Maria Polynceva-Brockstedt. Das LYMA Studio im Herzen Mariahilfs ist ein Freiraum, um Ideen zu verwirklichen. Im Mittelpunkt steht die Potentialentfaltung und das Erleben eines gemeinsamen Weges, um Eigeninitiative, Selbstwertgefühl, Sozialkompetenz und kreative Ausdrucksfähigkeit weiterzuentwickeln. Die LYMA Kurs-Begleiter sind Unterstützer in einem persönlichen Entwicklungsprozess und sorgen behutsam für Struktur, neue Impulse und Denkanstöße. 

Canva Mom and newborn baby skin to the skin after birth in the hospital