Motopädagogik bei LYMA – Bewegung, die kleine Persönlichkeiten stärkt




Motopädagogik wird auch Psychomotorische Entwicklungsbegleitung genannt. Es ist ein ganzheitliches Konzept, das Körpererfahrungen, Materialerfahrungen und Sozialerfahrungen von Kindern umfasst und für die Entwicklung von Kompetenzen wichtig ist.

Sensorische Integration und Wahrnehmungsförderung

Die Bewegung ist für Kinder ein Hilfsmittel, um Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken. In vielen Fällen geschieht dies auch in Rollenspielen. Kinder können sehr kreativ sein, sie haben eine unbegrenzte Phantasie und können diese in der Motopädagogik ausleben. 

In den Städten gibt es zunehmend weniger kindgemäße Umweltbedingungen, und wegen des fehlenden Aktions- und Bewegungsraumes sind in Folge auch die Bewegungsanreize geringer geworden. Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit haben unsere Kinder heute nicht bzw. deutlich weniger die Möglichkeit, sich mit ihren Körpern und ihrer materialen und personalen Umwelt aktiv auseinanderzusetzen.

Was schränkt unsere Kinder ein?

Durch den Rückgang der Straßenspielkultur findet ‚spielen’ fast nur noch zu Hause statt. Es fehlen natürliche Bewegungsräume. Spielplätze sehen teilweise künstlich wie sterile Landschaften fremder Planeten aus und sind oftmals zu weit vom Wohnort entfernt. Wer sein Kind in einem Kindergarten betreuen lässt, in dem Bewegungsspiele zum Kinderalltag gehören, hat den Jack Pot gewonnen. Viel zu oft finden diese Bewegungsspiele nur institutionalisiert im Sport statt. Kindliche Lebensräume sind wie „Inseln“ – z. B. Schwimmen, Musikschule etc. Von der Zunahme des Medienkonsums und dessen Folgen gar nicht zu reden.

Bei ganz jungen Menschen wirkt sich der Mangel an Bewegungsmöglichkeiten stark auf die Entwicklung der Persönlichkeit aus, sowohl im Hinblick auf motorisch-koordinative Fähigkeiten als auch auf die emotionale und soziale Kompetenz. 

Wie stärkt Motopädagogik unsere Kinder?

Durch Bewegung wird nachweislich die gesamte Persönlichkeit gefördert.  Jede Bewegung geschieht in einer Zeit und hat ein Ziel – sagte Aristoteles.

Copyright: LYMA

Heike Jahn, LYMA Begleiterin der Kurse Motopädagogik für Kleinkinder und Vorschulkinder sowie Familienyoga, erklärt: „Ich gebe den Kindern durch das Vorgeben einer klaren Struktur einen Rahmen der Sicherheit. Das Sozialverhalten in der Gruppe funktioniert fast immer mit den drei Regeln, die von den Kindern durch regelmäßiges Aussprechen der einzelnen Regeln leicht erlernt und respektiert werden:

1) Ich passe auf mich und die anderen auf

2) Es gibt kein drängen und kein stoßen

3) Wenn etwas kaputt ist, muss es sofort repariert werden.

 

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Mit Motopädagogik können Kinder aufgefangen werden, die sich in einer großen Kindergarten-Gruppe verloren vorkommen. "Motopädagogik ist mehr als ein Kurs, es ist eine Haltung", sagt Heike. Diese hilft auch, wenn Kinder sich in großen Gruppen entweder ständig in den Vordergrund drängen oder eher zurückgezogen agieren. Emotionales Lernen, sagt sie, kann ich am besten in einer Gruppe von 8-12 Kindern machen. Bei 25 Kindern in der Schulklasse wäre es kaum möglich, jedes einzelne Kind individuell zu betreuen. 

 

Hilfe für Kinder, die einen Rucksack an Erinnerungen tragen

Die Stiftung Willendorff, die LYMA ins Leben gerufen hat, übernimmt die Kurskosten für Kinder und Jugendliche, die es im Leben besonders schwer haben. Die Kurs-Begleiterin wird zum mentalen Anker und zur Vertrauensperson. Heike beschreibt es so: „Die Kinder haben ihr eigenes Tempo, ihre Erlebnisse, die sie erzählen oder im Rahmen des Kurses nonverbal kommunizieren. Wir bieten Kindern, die ohne Eltern aufwachsen, einen Rahmen, in dem sie sich fallen lassen können.“

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