Die Ukulele - Der Happyness Maker




Es gibt kein Instrument, das so mit Südsee-Romantik verbunden ist wie die Ukulele. Dabei war es der portugiesische Einwanderer João Fernandes, der 1879 eine sogenannte Braguinha von Madeira nach Hawaii brachte. Die Inselbewohner benannten das Instrument als Ukulele, was so viel wie "hüpfender Floh" heißt. Der Begriff soll den Einheimischen beim ersten Anblick der über das Instrument huschenden Griffe durch den Kopf gegangen sein.

Marilyn Monroe betörte als Ukulele-Spielerin im Billy-Wilder-Film "Manche mögen’s heiß", Elvis Presley machte die Ukulele im Film "Blue Hawaii" zum Requisit der Popkultur. Als Accessoire von Pin-up-Girls zog sie auch in die Spinde der Soldaten ein. Eine Legende besagt, das Ukulele-Girl stehe im Mittelpunkt jeder Party: "Always the life of the party, the center of attraction, is the girl with the Ukulele."

Auch die Beatles liebten sie. Dann geriet die Ukulele jahrzehntelang in Vergessenheit. Seit kurzem aber erlebt das viersaitige Instrument ein langsames aber stetes Comeback. Mit hohem Sound, ohne großen Nachklang, aber immensem Happiness Faktor. 

Der charismatische Musiker Christof Birkmayer bietet im Kreativitätszentrum LYMA seit einigen Jahren für jung und alt, Anfänger und Fortgeschrittene Ukulele-Kurse an. Wir haben Christof zum Interview getroffen. 

Christof, welche positiven Aspekte bringt Ukulele spielen mit sich?

Das Instrument ist leicht zu erlernen. Man hat daher sehr schnell ein Erfolgserlebnis, weil man recht rasch Akkorde greifen kann. Natürlich kommt das aufs Alter an. Manchmal tun sich 5jährige damit schwer, manche schaffen das aber.

Dann kann ich die Ukulele überall hinnehmen. Und prinzipiell wie in jedem Instrument habe ich die Verknüpfung von rechter und linker Hirnhälfte, weil ich mit rechter Hand und linker Hand spiele. Die rechte ist für den Rhythmus zuständig, die linke für die Harmonie. Die Ukulele hat nur 4 Seiten, die Akkorde sind sehr einfach zu greifen. Kinder brauchen schnell ein Erfolgserlebnis, sonst verlieren sie das Interesse. Mit 2 oder 3 Akkorden kann ich auf der Ukulele schon viel spielen.

Hat das Instrument ‚therapeutische‘ Wirkung?

Jegliche Form der Musik hat therapeutische Wirkung – egal, welches Instrument man spielt. Das besondere an der Ukulele ist, dass es ein fröhliches Instrument ist. Es ist ein lieblicher, heller Klang. Die Töne liegen nah beieinander, die oberste Seite ist hoch gestimmt. Das verbreitet gute Laune.

Wer sind die Vorbilder, die Celebrities in der Ukulele-Szene?

George Harrison von den Beatles war ein begeisterter Ukulele Spieler. Er hat die Leute sogar mit Ukulelen beschenkt. Er ist in ein Musikgeschäft gegangen, hat 20 Stück gekauft und hat sie dann verteilt. Er meinte: „Wer eine Ukulele in der Hand hat, schaut nie grantig drein.“

Jake Shimabukuru ist ein Ausnahme Ukulele Spieler. Das ist einer der Top Namen in der Szene. Er spielt Klassisches bis Zeitgenössisches und selbst Komponiertes - er beherrscht dieses Instrument einfach. Und ‘The Ukulele Orchestra of Great Britain’ möchte ich auch erwähnen, weil das Spitzenkünstler sind.

Für welchen ‚Typ‘ Mensch – ob Kind oder Erwachsener – ist die Ukulele das richtige Instrument?

Die Frage, die man sich selbst stellen muss ist, ‚wohin will ich als Musiker?‘ Ich mache viel Musik mit Erwachsenen, die sagen, sie sind so unmusikalisch. Die Ukulele ist ein gutes Hilfsmittel, um den Leuten zu zeigen, dass sie sehr wohl eine Musikalität in sich tragen. Die Ukulele schafft es, Freude zum ungezwungenen Musik machen zu entwickeln. Beim Ukulele spielen geht es darum, Freude an der Musik zu erleben und befähigt zu sein, sich selbst ausdrücken zu können.

Ab welchem Kindesalter macht es Sinn, die Ukulele zu erlernen?

Ab 8 Jahren ist es sinnvoll, weil die Fingermotorik schon recht ausgeprägt ist. Meine Tochter konnte 3 Akkorde mit 5 Jahren spielen, aber das ist nicht die Norm. Unter 8 Jahren ist die Aufmerksamkeitsspanne auch noch nicht besonders hoch. Eine Stunde kann da leicht zur Tortur werden. Damit die Akkorde sitzen, müssen diese immer wieder geübt werden. Da braucht es Geduld, um die Freude nicht zu verlieren.

Du bist Mitorganisator der Ukulele Night. Was genau passiert dort?

Vor 5 Jahren haben wir die erste Ukulele Night - http://www.ukulelenight.at/ - organisiert. Damals hatten wir keine Ahnung über Eventplanung und haben über die Jahre gelernt, was wir wollen und was das Publikum will. Es sind immer mehr Leute gekommen. Dieses Jahr wird die Ukulele Night im 6. Bezirk stattfinden. Der Vorabend findet im Local als Open Stage in den Stadtbahnbögen statt – da kann jeder auf der Bühne spielen, der vor Publikum spielen möchte.

Am 12. September findet der Event in der VHS (Volkshochschule) gegenüber vom Café Jelinek statt. Wir haben tolle lokale und internationale Künstler, die am Abend spielen und untertags einen Workshop geben. Da kann man Schlagmuster, Zupftechniken und anderes trainieren. Ich leite meistens einen Einführungsworkshops für Leute, die noch nichts mit der Ukulele am Hut haben. Ich zeige Leuten, wie einfach es geht, Akkorde zu lernen. C – F – G7 sind Akkorde, mit denen wir anfangen.

Wie motivierst Du Anfänger dabei zu bleiben?

Mein Freund Michael Roselieb hat den Wiener Ukulele Stammtisch ins Leben gerufen, der sich jeden ersten Montag im Café Einfahrt am Karmelitermarkt formiert. Da kommen auch Leute hin, die Kurse gemacht haben. Das gemeinsame Musizieren in der Gruppe macht Spaß nimmt die Hemmung, öffentlich zu spielen.

Welches Instrument empfiehlst Du Anfängern? 

In der Klangfarbe und im MakeMusic gibt es eine gute Auswahl an Ukulelen. Bei Ukulelen, die zwischen €80-150 kosten, ist man als Anfänger ganz gut beraten.

Wenn auch Sie schon länger den Wunsch verspüren, ein Musikinstrument zu lernen, empfehle ich den Ukulele Anfänger – Kurs bei Christof Birkmayer: https://www.lyma.at/workshops/ukulele-fuer-anfaenger/

Weihnachten naht – vielleicht ist der Kurs ein schönes Weihnachtsgeschenk für ein Familienmitglied, dem sie Freude bereiten wollen. Ich habe mich mit dem Kurs einfach selbst beschenkt.

LYMA GmbH ist eine 100% Tochtergesellschaft der gemeinnützigen Willendorff Youth Foundation Privatstiftung. LYMA wurde initiiert von Kai-Christian Brockstedt und Maria Polynceva-Brockstedt. Das LYMA Studio im Herzen Mariahilfs ist ein Freiraum, um Ideen zu verwirklichen. Im Mittelpunkt steht die Potentialentfaltung und das Erleben eines gemeinsamen Weges, um Eigeninitiative, Selbstwertgefühl, Sozialkompetenz und kreative Ausdrucksfähigkeit weiterzuentwickeln. Die LYMA Kurs-Begleiter sind Unterstützer in einem persönlichen Entwicklungsprozess und sorgen behutsam für Struktur, neue Impulse und Denkanstöße.

LYMA Ukulele Christof